
Rock, Quelle: ME creative / pixelio.de
Bei den Einstürzenden Neubauten handelt es sich um eine Band die wohl nie jemand wirklich ernst nahm, die aber umso erfolgreicher waren. So gehören zu dieser Band Blixa Bargeld, N.U. Unruh aka Andrew Chudy, Gudrun Gut und Beate Bartel. Diese zeigten sich des öfteren, waren aber durchgängig eher als Untergrundband bekannt. Die Band erlebte ihren Höhepunkt in den 80er Jahren und war sogar international erfolgreich.
Heute sind die Einstürzenden Neubauten die weltweit erste und einzige Band, die ebenso erfolgreich wie produktiv das Internet zur Sammlung ihrer Fans und Bündelung ihrer Aktivitäten nutzt. So organisierten die Einstürzenden Neubauten ihre offizielle Website www.neubauten.org seit 2002 zu einem zuvor noch nicht gesehenen Epizentrum musikalischer Aktivität. Ganze Albumproduktionen wurden von den so genannten Supportern durch ein Subskriptionsmodell finanziert.
Das Prinzip ist einfach: Ein Supporter kauft das nächste Album der Einstürzenden Neubauten – bevor es überhaupt eingespielt wurde. Mit dem so gesammelten Geld hat die Band die Zeit, um in Ruhe zu arbeiten – und muss sich nicht auf künstlerisch belastende Diskussionen über Verwertungslogik und Markenidentität mit Plattenfirmen einlassen.
Im Gegenzug erlaubt die Band den Supportern einen weltweit einzigartigen Zugang zu Band-internen Arbeitsprozessen: Die Supporter konnten per Webcam bei den Aufnahmesessions zum ersten beiden „Supporter-Alben“ (2002/2005) zuschauen und wurden zudem von der Band aufgefordert, im direkten Chat-Austausch mit den Mitgliedern zu kommentieren und gegebenenfalls sogar zu
beeinflussen.
Auf dieselbe Weise, also über Subskribtion, wird auch die “Musterhaus” Reihe (eine Sammlung experimenteller, jenseits jeglicher Vermarktbarkeit liegender Alben) ausschließlich über die Homepage vertrieben.
Den vorläufigen Höhepunkt in der ebenso wechselvollen wie beispiellosen Geschichte der Einstürzenden Neubauten markiert der symbolträchtige Auftritt am 04. November 2004 im Ost-Berliner Palast der Republik, dem mittlerweile im Abriss befindlichen, ehemaligen Sitz des Machtapparates der untergegangenen DDR. Das eindrucksvolle Livematerial wie u.a. die Background-Verstärkung durch einen 100köpfigen Supporter-Chor auf dem Song „Grundstueck“ wurde wenig später auf dem begeistert aufgenommenen „Grundstueck“-Album samt gleichnamiger DVD, sowie auf der DVD „Palast der Republik“ veröffentlicht.















