Kettcar ist wieder da

© Klaus Eppele - Fotolia.com

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In den 90ern sprachen sie so ziemlich jeden an, der auf politischen Punkrock stand, sich mit Nieten, Kotze und Popperkloppen nichts zu tun haben wollte. Bezeichnet wurde dies als Intelligenz-Punk auf Gymnasialstufe, ohne elitär zu sein. Kettcar besteht aus dem Prinzip, das beste vom Punk zu nehmen, ein bisschen Elektro hineinzugeben und das Gesamtpaket als Pop zu bezeichnen. Das Ganze wird dann noch als Deutschrock verpackt und fertig ist die Musik.

Das 2002 erschienene Album „Du Und Wieviel Von Deinen Freunden“ entwickelte sich zum Indie-Renner, wodurch Kettcar im darauffolgenden Sommer stets gern gesehene Gäste auf den deutschen Festivalbühnen waren. Das darauffolgende Album von 2004 startete so weit durch, dass sie bis auf Platz 5 der deutschen Charts stiegen und gefeiert wurden.
Freundschaft und Zusammenhalt sind wichtige Bestandteile der Band Kettcar. Sie ist die Hamburger Band, bei der man das Gefühl hat, ein Kumpel steht an deiner Seite. Dies bestätigt sich auch wieder auf ihrem neuen Album „Zwischen den Runden“.  Dennoch gibt Bassist Reimer Bustorff zu, dass dieses Kumpel-Ding eine zweischneidige Sache sei. Kumpel-Rock klingt schnell etwas prollig, weshalb er den Vergleich eigentlich nicht mag.

Der düstere Albumvorgänger „Sylt“ von 2008 sei unbewusst schon eine Abkehr vom Image der netten Band gewesen. Den Erfolgssong „Balu“ spielen sie immer noch gerne live, doch er hat sie aus ihrem Indie-Kosmos herausgelöst und ihnen neue Hörer gebracht. Die Konzerte sahen von da an etwas anders aus. Nun gehörten auch Sekretärinnen zu ihrem Publikum. Dem wollten sie jedoch entgegensteuern.

Das nun neue Album „Zwischen den Runden“ trägt eine hellere Grundfarbe als „Sylt“. Solch eine Wellenbewegung in der Musik ist immer besser, als auf ein bestimmtes Image festgelegt zu sein. Auch wenn dies manchmal zutreffen kann, kann es auch Langzeitfans stören, sodass diese nur noch zu Gelegenheitshörern werden.

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