Auch die Rocker von Bad Religion versuchen es auf ihre alten Tage noch einmal. Mit einer neuen Tour wollen sie die Welt wieder von ihren Hymnen und Gitarrenriffs begeistern und Fußballstadien und Konzerthäuser zum Überkochen bringen. Auch in Deutschland geben Bad Religion rund ein Dutzend Konzerte, unter anderem mit den Altrockern der Toten Hosen zusammen.
Neuer Erfolg für die alten Punks
Die Punk-Truppe Bad Religion wurde Anfang der 80er Jahre gegründet. Jüngstes Mitglied ist der 35-Jährige Drummer Brooks Wackerman. Der war damals gerade mal drei Jahre alt und entdeckte das Schlagzeug für sich. Angeblich soll er getrommelt haben, bevor er anfing, zu laufen. Sänger und Ursprungsmitglied Greg Graffin geht dagegen schon auf die Fünfzig zu. Auch die Diskografie von Bad Religion ist mittlerweile beeindruckend. Was als anarchischer Protest von musikalischen Jugendlichen losging, kann heute auf sage und schreibe 16 Studioalben zurückblicken.
Mit dem 16. Studioalbum in die Charts
Das letzte Werk nennt sich „True North“ und landete in den Deutschen Top-Ten sofort auf dem zehnten Platz, in den USA auf Platz 18 der Charts. So erfolgreich sind die alteingesessenen Punks von Bad Religion noch nie gewesen. Die Welt scheint alles andere als genug von der fünfköpfigen Truppe zu haben. Immer noch drehen sich die meist sehr kurzen und eingängigen Nummern von Bad Religion um Probleme der modernen Gesellschaft: Kapitalistische Gier, überzogene Eitelkeit und ständige Grausamkeiten. Der Titelsong der neuen LP thematisiert die Orientierungslosigkeit, denen sich mehr Menschen als jemals zuvor ausgeliefert sehen, zynisch kommentiert vom Track „Fuck you“. Vielleicht erklärt sich auch so der frische Erfolg der alten Punks. Ihren Inhalten sind sie über Jahrzehnte treu geblieben, doch den Zeitgeist haben sie damit noch nie so präzise getroffen wie heute.
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